Beim Aufteilen lohnt es sich, zuerst über die Rückgabe nachzudenken. „Prüfe das mal“ lässt viel offen. Ein Auftrag mit benannten Quellen und einem Fertig-Kriterium lässt sich dagegen abnehmen. In meinem eigenen Arbeitsablauf gehört deshalb zu jeder delegierten Aufgabe auch die Frage, wie ich ihr Ergebnis nachprüfe.
Wann eine eigene Teilaufgabe hilft
Eine Recherche lässt sich gut auslagern, wenn ihre Quellen klar sind und du anschließend eine begründete Antwort brauchst. Auch ein gezielter Lesedurchgang durch vorhandenen Code passt dazu. Muss eine Aufgabe dagegen laufend mit deiner nächsten Entscheidung abgestimmt werden, würde ich sie zunächst im Hauptgespräch lassen.
Laut Anthropic arbeiten Subagents mit einem eigenen Kontextfenster. So bleiben umfangreiche Zwischenergebnisse aus dem Hauptgespräch heraus. Sie verursachen aber eigene Modellanfragen; aus mehr paralleler Arbeit folgt keine pauschale Kostenersparnis. Die Mechanik beschreibt Anthropic unter „How Claude Code works“ (öffnet in neuem Tab).
Ein Skill hält einen wiederverwendbaren Ablauf fest. Ein Subagent übernimmt eine delegierte Aufgabe als eigener Bearbeiter. Beides lässt sich kombinieren: Anthropic dokumentiert sowohl Skills im Subagent-Kontext als auch Skills, die einem Agenten als Wissen mitgegeben werden. Für einen wiederkehrenden Ablauf brauchst du also nicht zwangsläufig einen zusätzlichen Agenten. Quelle: Skills-Dokumentation (öffnet in neuem Tab)
Einen kleinen Claude-Code-Subagent einrichten
Eine projektbezogene Definition liegt unter .claude/agents/. Die Datei enthält YAML-Frontmatter und danach die Arbeitsanweisung als Markdown. name und description sind Pflichtfelder; tools begrenzt die Werkzeuge, model wählt das Modell. Quelle: Subagents-Dokumentation (öffnet in neuem Tab)
Dieses Beispiel ist eine neue, reduzierte Vorlage nach demselben Aufbau wie meine eigenen Agent-Definitionen. Es ist kein Protokoll eines ausgeführten Agent-Laufs. Speichere es im eigenen Projekt als .claude/agents/quellen-pruefer.md:
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name: quellen-pruefer
description: Prüft einen Entwurf gegen ausdrücklich genannte lokale Quellen.
tools: Read, Grep, Glob
model: opus
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Lies den genannten Entwurf und alle mitgegebenen Quelldateien.
Ordne jeder überprüfbaren Aussage ihre Fundstelle zu.
Melde Widersprüche und Aussagen ohne tragenden Beleg.
Eine fehlende Information bleibt offen; ergänze keine Vermutung.
Gib eine Tabelle zurück:
Aussage | Fundstelle | Urteil | nötige Korrektur
Urteile: belegt, widersprochen oder offen.
Ändere keine Dateien.
Im nächsten Auftrag benennst du den Agenten ausdrücklich. Normale Subagents übernehmen den bisherigen Gesprächsverlauf nicht vollständig; der Delegationsauftrag muss die nötigen Informationen enthalten. Quelle: Startkontext von Subagents (öffnet in neuem Tab)
Ich würde zum Einstieg einen bereits vorhandenen, unkritischen Text mit seinen lokalen Quellen wählen. Den Auftrag formulierst du etwa so; die Dateinamen ersetzt du durch die deines Projekts:
Nutze den Subagent quellen-pruefer. Prüfe den Entwurf entwurf.md gegen die Dateien quellen/produkt.md und quellen/testprotokoll.md. Liefere für jede Tatsachenbehauptung eine Fundstelle und ein Urteil. Fertig ist die Prüfung, wenn jede dieser Aussagen zugeordnet ist und offene Punkte ausdrücklich aufgeführt sind. Ändere keine Dateien.
Der Beispielagent hat keine Web-Werkzeuge. Für aktuelle Herstellerangaben musst du ihm deshalb zuvor abgerufene Quellen mit Datum geben oder einen gesonderten Rechercheweg vorsehen.
Die Rückgabe schon im Auftrag festlegen
In meinen Agent-Definitionen stehen neben dem Zweck auch der erwartete Input und das Ausgabeformat. Manche Rollen liefern ausschließlich Inhalt zurück; die Hauptsession übernimmt anschließend das Schreiben und den Export. Dadurch ist vor dem Start klar, wer welche Datei bearbeitet.
Für den Quellenprüfer würde ich die Rückgabe an einer Aussage abnehmen, deren Fundstelle ich selbst kenne. Ich öffne die Quelle und schaue nach, ob sie wirklich die ganze Behauptung trägt. „Lokal verarbeitet“ belegt beispielsweise noch keine Aussage über jede andere Funktion eines Produkts. Solche Unterschiede muss die Rückgabe erhalten.
Bei einer Code-Aufgabe gehört der passende Prüfweg in den Auftrag: welcher Test ausgeführt werden soll, welche Dateien verändert werden dürfen und was als fertig zählt. Braucht die Aufgabe zunächst eine Entscheidung, soll der Agent diese mit Begründung zurückgeben. Ein grüner Test beantwortet keine offene Produktfrage.
Parallel würde ich zunächst nur Aufgaben starten, deren Änderungen sich nicht überschneiden. Eine Recherche und ein Lesereview können gleichzeitig laufen. Wenn zwei Worker denselben Absatz umschreiben, muss hinterher jemand die Fassungen zusammenführen. Den Schnitt würde ich vorher ändern.
Aus meinem Betrieb: Worker mit Gegenprobe
In meinem eigenen System gibt es zwei unterschiedliche Formen der Delegation. Die Dateien unter .claude/agents/ definieren spezialisierte Subagents. Daneben startet ein Orchestrator für Arbeitspakete separate, sichtbare Worker-Sessions in Orca. Diese Terminals sind eigenständige Sitzungen und keine Claude-Code-Subagents innerhalb derselben Session.
Der Ablauf für diese Worker ist im Stand vom 29. Oktober 2026 festgehalten: Ein Paket bekommt einen Auftrag, der Worker schreibt sein Ergebnis in eine Datei, und der Orchestrator prüft es gegen die Pflichtschritte. Mindestens eine Kernaussage wird selbst nachgeprüft. Je nach Aufgabe kann das derselbe Prüfbefehl oder ein erneuter Abruf der Quelle sein.
Warum ich zwischen Selbstprüfung und Review unterscheide, zeigt ein dokumentierter Fall vom 25. Oktober 2026. Bildentwürfe waren zunächst nach Selbstprüfung als fehlerfrei gemeldet worden. Beim nachgeholten unabhängigen Review fielen sie durch. Daraus entstand die Vorgabe, einen vorgeschriebenen Reviewer tatsächlich zu starten. Ein eigener zweiter Lesedurchgang hatte diese Rolle nicht erfüllt.
Auch die Werkzeuggrenzen habe ich im eigenen Setup geprüft. Die Messprobe vom 16. Oktober 2026 dokumentiert, dass die Modell- und Werkzeugvorgaben der Agent-Dateien in der damals geprüften Claude-Code-Fassung wirkten. Bei anderen Coding-Werkzeugen wich die Durchsetzung ab. Dieser Befund gilt für die gemessenen Fassungen und Einstellungen; er ist keine Zusage für jede spätere Version.
Für dein eigenes Setup würde ich ebenfalls mit einer unkritischen Probe anfangen: Welche Werkzeuge bekommt der Agent tatsächlich, und wie sieht die Rückgabe aus? Write und Edit wegzulassen genügt als Schreibschutz nicht, wenn weiterhin ein schreibfähiger Shell-Zugang vorhanden ist. Anthropic behandelt die zusätzlichen Ausführungsregeln in der Permissions-Dokumentation (öffnet in neuem Tab).
Häufige Fragen zu Claude Code Subagents
Was ist ein Claude Code Subagent?
Ein Claude Code Subagent bearbeitet eine delegierte Teilaufgabe mit eigener Arbeitsanweisung und eigenem Kontextfenster. Die Hauptsession erhält sein Ergebnis zurück. In einer eigenen Definition kannst du unter anderem Werkzeuge und Modell festlegen. Für einen Quellencheck sollte der Auftrag benennen, welche Unterlagen gelten und welche Rückgabe erwartet wird. Anthropic: Subagents (öffnet in neuem Tab)
Was unterscheidet einen Skill von einem Subagent?
Ein Skill beschreibt einen wiederverwendbaren Ablauf oder stellt Wissen bereit. Ein Subagent ist der Bearbeiter einer delegierten Aufgabe. Die beiden können zusammenarbeiten: Ein Agent kann Skills mitbekommen, und ein Skill kann in einem Subagent-Kontext laufen. Welche Form passt, hängt davon ab, ob du vor allem eine Anleitung wiederverwenden oder Arbeit aus dem Hauptgespräch auslagern willst. Anthropic: Skills (öffnet in neuem Tab)
Wie prüfe ich, ob sich die Delegation lohnt?
Nimm eine begrenzte Aufgabe, deren Ergebnis du selbst beurteilen kannst. Lege vorher die Quellen und das Fertig-Kriterium fest. Vergleiche danach, ob die Rückgabe vollständig ist und wie viel Nacharbeit sie braucht. Für einen Quellencheck kannst du eine bekannte Aussage selbst gegenlesen. Erst wenn dieser Ablauf trägt, würde ich weitere Aufgaben parallel vergeben.
Probiere den Quellenprüfer an einem überschaubaren Entwurf aus und kontrolliere eine Fundstelle selbst. Wenn du außerdem Projektwissen über Session-Grenzen hinweg erhalten willst, findest du dazu den eigenen Werkstatt-Artikel „Claude Code und Codex: Projektwissen zwischen Sessions erhalten“.
Jerg Bengel baut eigene Projekte mit KI und dokumentiert die Arbeitsweisen in der Werkstatt von Startup mit KI. Dieser Entwurf entstand mit KI-Unterstützung. Stand der Dokumentationsprüfung: 29. Oktober 2026.
Quellen
- Anthropic: Create custom subagents (öffnet in neuem Tab)
insbesondere Dateiformat, Frontmatter, expliziter Aufruf und Startkontext. Abgerufen am 29.10.2026.
- Anthropic: How Claude Code works (öffnet in neuem Tab)
insbesondere Kontextverwaltung und Subagents. Abgerufen am 29.10.2026.
- Anthropic: Extend Claude with skills (öffnet in neuem Tab)
insbesondere Zusammenspiel von Skills und Subagents. Abgerufen am 29.10.2026.
- Anthropic: Configure permissions (öffnet in neuem Tab)
insbesondere Shell-Ausführung und Werkzeugregeln. Abgerufen am 29.10.2026.